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„HRT verursacht Brustkrebs."
Die Sorge stammt aus dem WHI-Studienschock von 2002 — einer Auswertung, die später mehrfach reanalysiert wurde. Was die heutigen Zahlen sagen: Bei Frauen ohne Hormontherapie treten in einem Beobachtungszeitraum von 7,5 Jahren etwa 59 Brustkrebs-Fälle pro 1.000 Frauen auf. Unter einer kombinierten Hormontherapie (Östrogen + Gestagen) über 5 Jahre liegt diese Zahl bei rund 79 pro 1.000 — also +20 zusätzliche Fälle. Bei reiner Östrogen-Therapie ist der Anstieg deutlich kleiner (+10 nach 5 Jahren).
Das ist real, aber moderat — eine Größenordnung, die in den NICE-Leitlinien mit Alltagsfaktoren verglichen wird: etwa wie zwei Gläser Wein am Tag oder leichtes Übergewicht. Entscheidend ist das Profil: wer, wann und womit. Frauen unter 60, die innerhalb von zehn Jahren nach der letzten Periode beginnen, sind die Gruppe, in der das Nutzen-Risiko-Verhältnis am günstigsten ausfällt.
„Verursacht" ist die falsche Vokabel. „Beeinflusst — mäßig und kontextabhängig" ist näher dran. Was du nicht tun musst: aus Angst auf die Therapie verzichten, ohne dass dir jemand die Zahlen erklärt hat.